Austria Backyard Ultra 2026 + Interview mit Brigitte Auer

Am Freitag, 10.07.2026, sind Brigitte Auer und Alfred Flicker ganz besonders ins Wochenende gestartet: An der Startlinie des Austrian Backyard Ultra (ABU) in Wagendorf in der Oststeiermark. Der ABU ist ein spezieller Bewerb, bei dem nicht die schnellste Person gewinnt, sondern die, die am längsten durchhält. Das Rennen findet nach den offiziellen Backyard Ultra Regeln des amerikanischen Originals statt. Der Modus: "Zu jeder Stunde starten die Läufer in eine 6,706 km lange Strecke. Dafür hat man exakt eine Stunde Zeit. Wer die Runde nicht rechtzeitig beendet hat und nicht wieder am Start steht, ist raus! Kein verspäteter Start! Ganz easy! ;-)". Der Lauf dauert so lange an, bis nur noch eine Läuferin oder ein Läufer auf der Strecke ist. Diese Person gewinnt! Alle anderen bekommen ein DNF: Did not finish. Die Strecke besteht zum Großteil aus Waldwegen / geschotterten Wegen (80%) und zu circa 20% aus Asphalt. Soviel zu den Gegebenheiten, nun zurück zu unserer Spitzenathletin und unserem Spitzenathleten, die vor Ort waren.

 

Alfred Flicker

Unser Alfred hat nach 8 Runden (Backyard's) gefinisht. Das entspricht 53,64 km. Seine schnellste Runde lief er in 43:09 Minuten, im Durchschnitt brauchte er 45:15 Minuten. Gratulation! Seine Runden im Detail:

Gekommen ist es zu seiner Teilnahme so: Vor ungefähr zwei Jahren hat er sich mit Stefan Wilfinger (WSV St. Kathrein/Off, Sieger dieses ABU, hat auch Erfahrung mit dem amerikanischen Original) unterhalten, der ihm vom Konzept erzählte und wie das denn so funktioniert. Das hat ihm auf Anhieb zugesagt. Nachdem er voriges Jahr mitbekommen hat, dass auch einige andere SportlerInnen aus der Umgebung daran teilgenommen haben, hat er das Ganze verfolgt und mit den Leuten geredet. Das führte dazu, dass er sich bereits im Oktober letzten Jahres angemeldet hat, da die Tickets nicht nur limitiert, sondern auch schnell ausverkauft sind. Leider gab es in der Vorbereitungszeit eine Verletzung und er hat daher verletzt und relativ untrainiert daran teilgenommen. Die Vorfreude war trotzdem richtig groß: "Ehrlich gesagt hat es mir wahnsinnig Spaß gemacht, das war alles so top organisiert. Im Endeffekt war das einfach super.". Alfred möchte gerne nächstes Jahr wieder starten, nur dieses Mal mit der Hoffnung auf ein bisschen mehr Vorbereitung. Im Bezug auf Brigitte hatte er folgendes zu sagen: "Ich bin sehr stolz auf Brigitte, die hat mit ihren 100km aus dem Stand heraus eine beeindruckende Leistung abgeliefert. Respekt!".   

Brigitte Auer

15 Runden - 100,58 km - 11:07:42 Laufzeit: unsere Brigitte ist der Wahnsinn! Nach 15 Stunden ist sie um 7:00 Uhr mit einem Zielsprint durchs Ziel gelaufen. Wir gratulieren und sind stolz auf dich!

 Ihre Runden im Detail:

 

Brigitte sich die Zeit genommen, um ein paar Fragen zu beantworten und Gedanken zu teilen.

Interview mit Brigitte Auer

Wie fühlst du dich heute?

Brigitte: Das Gefühl heute ist unbeschreiblich, dass ich da 100 Kilometer in einem durch geschafft habe. Das gibt einem schon was. Vor allem: ich habe heute keine Spotzen. Mir gehts wirklich super gut.

Wie hast du dich vorbereitet?

Brigitte: Ich bin zwar ein paar Mal die Runde gelaufen mit jeweils 10 Minuten Pause zwischendurch, um ein Gefühl zu bekommen für Laufen, dann eine Kleinigkeit essen und dann wieder Loslaufen. Aber ansonsten habe ich nur meine normalen Läufe gemacht, die ich sowieso gemacht hätte. 

Ursula und Erwin haben die Nacht als dein Betreuungsteam verbracht, wie kam es dazu?

Brigitte: Das ist einfach eine Freundschaft. Die haben mich schon auf mehreren, längeren Läufen begleitet, Ursula sowieso. Das hat super funktioniert. Man läuft die Runde mit 6,7 km, wofür ich circa eine Dreiviertelstunde gebraucht habe. Daher hatte ich 15 Minuten Pause pro Runde. Erwin ist etwas später nachgekommen, daher hat Ursula die Betreuung, also Verpflegung und Massage, am Anfang alleine übernommen. Als Erwin dann da war, hat er die Massage (Auflockern der Wadl) übernommen und Ursula hat sich ganz auf die Verpflegung konzentriert.

Was war das schwierigste am ABU für dich? Gab es etwas, das sehr einfach war?

Brigitte: Der Teil mit der Verpflegung ist wichtig, man soll ja bei jeder Runde eine Kleinigkeit essen. Das war für mich ein bisschen schwierig, da ich schon ein Durstgefühl hatte, aber nicht direkt ein Hungergefühl. Man muss sich halt überwinden ein paar Bissen zu essen. Einfach war, dass es halt ein lockerer Lauf ist, da es ja nicht um Zeit geht. Man läuft das gemütlich runter, tratscht, lernt neue Leute kennen und kommt in tolle Gespräche rein - eigentlich eine coole Partie. Schwierig war dann gegen Ende hin noch das anlaufen, die ersten 100 Meter, dann ging es schon wieder und lief wieder rund. 

Gibt es noch etwas, das du gerne sagen möchtest?

Brigitte: Irgendwie waren 15 Runden so ein bisschen mein inneres Ziel. Das hab ich geschafft und das daugt mir. Da möchte ich noch sagen, da bin ich Barbara Ziesler dankbar, weil sie vor einigen Wochen erzählte, dass ihr Mann Gerhard meinte: "Was man in einer Woche läuft, das geht auch in einem Stück". Das hatte ich zuvor noch nicht gehört und das hat mich eigentlich motiviert. Ich laufe zwar keine 100km in der Woche, aber ich laufe auch nicht so wenig und ich dachte, ein bisschen mehr sollte schon möglich sein. Daher sage ich danke an die Ziesler's. Danke an alle, die bewusst mitgeholfen haben, wie Ursula und Erwin, und auch die, die es unbewusst getan haben. Einfach durch ein paar Worte, weil es auch viel Kopfsache ist, es geht nicht nur ums körperliche Training. Viele haben da einen Beitrag geleistet, die das vielleicht gar nicht wissen. Dafür möchte ich Danke sagen. Danke für das Interview!

Vielen lieben danke Brigitte, dass du dir die Zeit genommen hast.

Herzliche Gratulation euch beiden zu diesen großartigen Leistungen!

 

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